Wie viele Fischarten gibt es weltweit? So viele sind es wirklich

Claudia Sauer .

13. April 2026

Ein Korallenriff voller bunter Fische. Die Vielfalt ist beeindruckend, man fragt sich, wie viele Fischarten es auf der Welt gibt.

Weltweit gibt es bei Fischen keine Zahl, die man ein für alle Mal in Stein meißeln kann, aber die Größenordnung ist klar: mehr als 35.000, nach aktuellen Datenbanken inzwischen über 36.500 beschriebene Arten. Für Angler und alle, die Gewässer verstehen oder pflegen wollen, ist das spannend, weil Artenvielfalt nicht nur Biodiversität beschreibt, sondern auch viel über Lebensräume, Wasserqualität und Vernetzung verrät.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Die belastbare Kurzantwort liegt heute bei rund 35.000 bis 36.500 beschriebenen Fischarten.
  • FishBase führt derzeit über 36.500 Arten; andere wissenschaftliche Übersichten arbeiten noch mit niedrigeren, aber ähnlichen Werten.
  • Die Zahl schwankt, weil Taxonomie, Synonyme und neue Artenbeschreibungen laufend dazukommen.
  • Etwa 40 Prozent der beschriebenen Fischarten leben in Süßwasser, obwohl Süßwasser nur einen winzigen Teil der Erdoberfläche ausmacht.
  • Für Gewässerpflege zählen nicht nur Artenzahlen, sondern vor allem Struktur, Durchgängigkeit und stabile Wasserqualität.

Die realistische Antwort liegt bei rund 35.000 bis 36.500 Arten

Wenn ich die Frage auf den Punkt bringe, würde ich heute sagen: Weltweit sind mehr als 35.000 Fischarten wissenschaftlich beschrieben, und die aktuell gepflegten Datenbanken liegen inzwischen bei über 36.500. FishBase ist dafür eine der wichtigsten Referenzen; dort wird die Zahl laufend nach oben angepasst, sobald neue Arten anerkannt oder sauber abgegrenzt werden.

Für Leser ist wichtig: Es geht hier um beschriebene Arten, also um Formen, die wissenschaftlich erfasst und benannt wurden. Die tatsächliche Vielfalt kann noch höher liegen, weil vor allem in schwer zugänglichen Flüssen, Tiefseezonen und tropischen Regionen weiter neue Arten auftauchen. Genau deshalb ist die Frage nach der genauen Zahl immer auch eine Frage nach dem Zeitpunkt und nach der verwendeten Quelle.

Die gute Nachricht ist trotzdem eindeutig: Fische gehören zu den artenreichsten Wirbeltiergruppen überhaupt. Damit ist die Zahl nicht nur beeindruckend, sondern auch ein Hinweis darauf, wie komplex und empfindlich aquatische Ökosysteme sind. Warum die Werte je nach Quelle leicht auseinandergehen, sieht man erst beim Blick auf die Taxonomie.

Warum die genaue Zahl ständig in Bewegung bleibt

Bei Fischen ist die Artenzahl kein statischer Endstand, sondern ein Arbeitsergebnis der Wissenschaft. In der Praxis ändern sich Listen, wenn Forscher Arten neu beschreiben, bisherige Arten aufteilen oder mehrere Namen zu einer gültigen Art zusammenführen. Eine Art ist also nicht bloß ein Name, sondern eine taxonomisch anerkannte Einheit mit klar abgegrenzten Merkmalen.

Neue Arten werden weiter beschrieben

Die IUCN weist darauf hin, dass Fische weiterhin in einer Größenordnung von etwa 200 neuen Arten pro Jahr beschrieben werden. Das klingt nach wenig, macht über mehrere Jahre aber einen deutlichen Unterschied. Besonders in tropischen Flüssen, Nebenarmen, Höhlensystemen und tiefen Meeresbereichen kommen immer noch Lücken ans Licht.

Synonyme und Artenkomplexe sorgen für Abweichungen

Ein häufiger Grund für unterschiedliche Zahlen sind Synonyme, also verschiedene wissenschaftliche Namen für dieselbe Art. Ebenso wichtig sind Artenkomplexe: Das sind Gruppen sehr ähnlicher Fische, die lange als eine Art galten und später in mehrere echte Arten zerlegt werden. Wer nur auf eine ältere Liste schaut, kann dadurch leicht auf eine andere Gesamtzahl kommen.

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Nicht jede Datenbank zählt gleich

Manche Quellen zählen nur heute gültige Arten, andere beziehen historische Bezeichnungen oder regional noch unsichere Funde mit ein. Deshalb ist eine sauber formulierte Antwort immer etwas vorsichtiger als ein harter Ein-Wort-Wert. Genau genommen ist die vernünftigste Antwort also: Die weltweite Fischartenzahl liegt aktuell im mittleren 30.000er-Bereich und steigt weiter leicht an.

Damit ist die Zahl selbst eingeordnet, aber noch nicht erklärt, wo diese Vielfalt überhaupt lebt und warum das für Gewässerpflege so relevant ist.

Karte zeigt die Vielfalt mariner Fischarten weltweit. Rote Gebiete, wie bei Indonesien, deuten auf die höchste Artenzahl hin, während grüne Gebiete weniger Artenvielfalt aufweisen.

So verteilen sich die Fischarten auf Meer und Süßwasser

Spannend ist nicht nur die Gesamtzahl, sondern auch ihre Verteilung. Etwa 40 Prozent der beschriebenen Fischarten leben in Süßwasser, ungefähr 60 Prozent im Meer. Das wirkt erst einmal überraschend, denn Süßwasser bedeckt nur einen sehr kleinen Teil der Erdoberfläche. Genau deshalb gelten Flüsse, Seen, Auen und Tümpel als echte Biodiversitäts-Hotspots.

Lebensraum Grobe Einordnung Warum das wichtig ist
Meer Etwa 60 Prozent der beschriebenen Arten Große räumliche Vielfalt, aber auch hoher Druck durch Erwärmung, Fischerei und Küstenumbau.
Süßwasser Etwa 40 Prozent der beschriebenen Arten Sehr artenreich trotz kleiner Fläche, zugleich besonders empfindlich gegenüber Verschmutzung und Verbauung.
Wanderfische Kleinerer Anteil, ökologisch aber sehr wichtig Sie brauchen freie Verbindungen zwischen Laich-, Aufwuchs- und Nahrungsgebieten.

Für mich ist diese Verteilung ein zentraler Hinweis: Wer über Fischvielfalt spricht, darf nicht nur an Ozeane denken. Gerade in Flüssen und Seen entscheidet oft die kleinste Veränderung im Habitat darüber, ob empfindliche Arten bleiben oder verschwinden. Und genau dort setzt gute Gewässerpflege an.

Was das für Angler und Gewässerpflege bedeutet

Für die Praxis ist die reine Artenzahl nur der Startpunkt. In einem gepflegten Gewässer geht es immer auch um Struktur, Durchgängigkeit, Sauerstoff, Uferzonen und passende Temperaturverhältnisse. Ein See kann auf dem Papier viele Arten haben und trotzdem ökologisch instabil sein, wenn Laichplätze fehlen oder das Wasser im Sommer zu stark kippt.

  • Struktur statt Blankwasser: Totholz, Kraut, Flachzonen und wechselnde Tiefen schaffen mehr Lebensräume als ein gleichförmig ausgebautes Ufer.
  • Gute Wasserqualität: Zu viele Nährstoffe, Sauerstoffmangel und feine Sedimente drücken empfindliche Arten schnell aus dem System.
  • Durchgängigkeit: Wehre, Abstürze und versperrte Nebengerinne treffen Wanderfische besonders hart.
  • Passender Besatz: Mehr Fische sind nicht automatisch besser, wenn sie Lebensraum und natürliche Nahrungsketten überlasten.
  • Monitoring mit Augenmaß: Fanglisten und Sichtbeobachtungen helfen, aber sie ersetzen keine saubere Bestandsaufnahme.

In deutschen Gewässern sehe ich oft denselben Denkfehler: Man verwechselt viele Fische mit einem gesunden Bestand. In Wahrheit ist ein artenreiches Gewässer meist das Ergebnis stabiler Lebensräume, nicht bloß von Besatz oder Glück. Wer das versteht, trifft bei Pflege und Hege deutlich bessere Entscheidungen.

Damit führt der Weg fast automatisch zur nächsten Frage, nämlich ob eine hohe Artenzahl wirklich schon ein Zeichen für ein intaktes Ökosystem ist.

Warum Artenvielfalt mehr ist als eine Statistik

Eine hohe Zahl allein sagt noch nicht, ob ein Gewässer gesund ist. Entscheidend ist, welche Arten vorkommen und wie stabil ihre Populationen sind. Wenn empfindliche Arten verschwinden und nur robuste Generalisten übrig bleiben, kann die Artenzahl äußerlich sogar noch ordentlich wirken, obwohl die ökologische Qualität bereits nachlässt.

Genau hier wird der Blick auf Naturschutz und Gewässermanagement wichtig. Die IUCN zeigt mit ihren Bewertungen zu Süßwasserfischen immer wieder, wie stark Lebensraumverlust, Wasserentnahme, Barrieren, invasive Arten und Erwärmung zusammenwirken. Für mich ist das die eigentliche Botschaft hinter der Artenzahl: Sie ist kein Selbstzweck, sondern ein Frühindikator für Belastungen, die man im Alltag oft erst spät erkennt.

Auch für Angler ist das relevant. Wenn Laichräume verlandet sind oder Uferabbrüche fehlen, reagiert nicht nur eine einzelne Zielart, sondern häufig das ganze Gefüge. Wer also Artenvielfalt schützt, erhält am Ende auch die Grundlage für bessere Fischbestände, stabilere Reproduktion und ein robusteres Gewässer.

Die Zahl der Fischarten ist deshalb nützlich, aber erst im Zusammenhang mit dem Zustand des Gewässers wird sie wirklich aussagekräftig.

Was ich aus der Fischvielfalt für die Praxis mitnehme

  • Die globale Fischvielfalt liegt heute im mittleren 30.000er-Bereich und wächst weiter leicht.
  • Für die Gewässerpraxis zählt nicht die Rekordzahl, sondern die Frage, ob Lebensräume, Wasserqualität und Vernetzung stimmen.
  • Besonders wertvoll sind strukturreiche Ufer, Flachwasserzonen, Pflanzenbereiche und freie Wanderwege.
  • Ein Gewässer mit wenigen, aber stabilen und standorttypischen Arten ist oft wertvoller als ein überbesetzter Bestand mit schwacher Reproduktion.

Wenn ich einen einzigen Satz daraus ziehen müsste, dann diesen: Artenvielfalt ist immer auch ein Arbeitsauftrag. Wer Fische nicht nur zählen, sondern wirklich verstehen will, schaut deshalb zuerst auf das Gewässer selbst, nicht erst auf die Statistik.

Häufig gestellte Fragen

Die belastbare Kurzantwort liegt bei mehr als 35.000 beschriebenen Fischarten. Aktuelle Datenbanken, darunter FishBase, liegen inzwischen bei über 36.500 Arten. Wichtig ist dabei: Gezählt werden wissenschaftlich beschriebene Arten, nicht die eventuell noch unentdeckte tatsächliche Vielfalt.
Die Zahl ist in Bewegung, weil Taxonomie laufend angepasst wird. Neue Arten werden beschrieben, andere werden aufgeteilt oder als Synonyme zusammengeführt. Außerdem zählen manche Quellen nur heute gültige Arten, während andere auch historische Namen oder unsichere Funde berücksichtigen.
Rund 60 Prozent der beschriebenen Fischarten leben im Meer und etwa 40 Prozent in Süßwasser. Das ist bemerkenswert, weil Süßwasser nur einen sehr kleinen Teil der Erdoberfläche ausmacht. Gerade Flüsse, Seen und Auen sind deshalb echte Biodiversitäts-Hotspots.
Die reine Zahl sagt noch nicht, ob ein Gewässer gesund ist. Entscheidend sind Struktur, Durchgängigkeit, Sauerstoff, Wasserqualität und geeignete Uferzonen. Ein artenreiches Gewässer ist meist das Ergebnis stabiler Lebensräume und nicht einfach von Besatz oder Zufall.
Laut IUCN werden weiterhin ungefähr 200 neue Fischarten pro Jahr beschrieben. Das zeigt, dass die Forschung noch lange nicht am Ende ist, vor allem in tropischen Flüssen, Höhlensystemen und tiefen Meeresbereichen. Deshalb kann die genaue Gesamtzahl nur eine Momentaufnahme sein.
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Autor Claudia Sauer
Claudia Sauer
Ich bin Claudia Sauer und habe in den letzten 7 Jahren umfassende Erfahrungen im Bereich Angeln, Gewässerpflege und Outdoor-Aktivitäten gesammelt. Meine Leidenschaft für die Natur und die Gewässer begann schon in meiner Kindheit, als ich mit meinem Vater angeln ging. Diese frühen Erlebnisse haben mich geprägt und motivieren mich bis heute, mein Wissen und meine Begeisterung mit anderen zu teilen. Ich schreibe über verschiedene Aspekte des Angelns, die Pflege von Gewässern und die Schönheit der Natur, die uns umgibt. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen klar und verständlich aufzubereiten, damit auch Einsteiger leicht Zugang zu diesen Themen finden. Ich überprüfe stets meine Quellen und vergleiche Informationen, um sicherzustellen, dass meine Beiträge aktuell und präzise sind. Mein Ziel ist es, Leserinnen und Leser zu inspirieren und ihnen zu helfen, die Natur besser zu verstehen und zu schätzen.
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