Die wichtigsten Punkte für den Start am Wasser
- Der Stausee wurde 2024 für Sanierungsarbeiten abgelassen; vor der Anfahrt sollte der aktuelle Freigabestatus geprüft werden.
- Gastkarten wurden zuletzt über ausgewählte Fachhändler ausgegeben, und ein gültiger Fischereischein ist Pflicht.
- Nach aktuellen Gewässerangaben darf mit zwei Ruten gefischt werden, Boote sind nicht erlaubt.
- Gastkarten gelten nur für das Hauptbecken; das kleinere Vorbecken bleibt Mitgliedern vorbehalten.
- Der See ist strukturreich, mit Holz im Wasser und gesperrten Bereichen, also kein Platz für grobes Drauflosfischen.
- Wer flexibel bleibt, plant besser mit kurzen Wegen, robustem Gerät und einer sauberen Platzwahl.
Warum der Herrenbachstausee für Angler spannend ist
Für mich ist der See vor allem deshalb interessant, weil er nicht glatt und vorhersehbar wirkt. Es gibt ein Haupt- und ein Vorbecken, tiefe Kanten, viel Struktur und laut aktuellen Gewässerangaben auch reichlich Holz unter Wasser. Genau das macht ihn reizvoll, aber auch fehleranfällig: Wer zu grob fischt, hängt schnell, und wer nur auf Distanz wirft, übersieht die besseren Kanten am Ufer.
Dazu kommt die Lage. Der See liegt im Wald, ist von Spaziergängern und Ausflüglern geprägt und kein Ort, an dem man sich mit Boot, lauter Ausrüstung oder großem Platzanspruch breit macht. Wer das akzeptiert, bekommt ein Revier, in dem Konzentration mehr zählt als Show.
Dass der See als Hochwasserrückhaltebecken gebaut wurde, erklärt auch, warum ich hier immer zuerst an Struktur, Sicherheit und Zugang denke und erst danach an die Köderwahl. Genau an diesem Punkt wird aus einem schönen Ziel ein wirklich brauchbares Angelrevier.
Was aktuell für 2026 wirklich zählt
Die Gemeindeseite von Adelberg hält fest, dass der Herrenbachstausee am 1. August 2024 für Nachrüstung und Inspektion abgelassen wurde und das Hauptbecken mindestens ein Jahr trocken liegen sollte. Für 2026 würde ich den Zugang deshalb nicht einfach voraussetzen, sondern vor jeder Tour den aktuellen Stand prüfen.
Gerade bei einem Speicher- und Hochwasserrückhaltebecken ist das keine Nebensache. Die aktuelle Freigabe ist hier wichtiger als die schönste Erzählung aus dem Vorjahr. Alte Fangberichte sind am Herrenbachstausee interessant, aber nach einer Sanierungsphase nur eingeschränkt belastbar, weil sich Besatz, Uferstruktur und Befischbarkeit spürbar verändert haben können.
Mein Rat ist schlicht: nicht auf Verdacht fahren, sondern erst klären, ob das Gewässer wieder regulär beangelbar ist. Das spart Zeit, Nerven und im Zweifel eine unnötige Fahrt.
Karten, Zugang und die Regeln am Wasser
Der Fischereiverein Uhingen nennt für den Herrenbachstausee ausgewählte Fachhändler als Ausgabestellen für Gastkarten. Gleichzeitig gilt: Ohne gültigen Fischereischein geht nichts, denn die Tageskarte wurde zuletzt nur gegen Vorlage des Originals ausgegeben.| Punkt | Was das am Wasser bedeutet |
|---|---|
| Fischereischein | Für Tageskarten wurde ein Original-Fischereischein verlangt. |
| Gastkarte | Zuletzt waren Tageskarten mit 18 Euro und Jugendkarten mit 8 Euro gelistet; die Verfügbarkeit hing aber an der Freigabe nach der Ablassung. |
| Angelbereich | Gastkarten galten nach aktuellen Gewässerangaben nur fürs große Hauptbecken. |
| Vorbecken | Das kleine Vorbecken ist Mitgliedern vorbehalten. |
| Gerät | Zwei Ruten sind erlaubt, ein Boot ist nicht erlaubt. |
| Schutzbereich | Eine Seitenbucht ist als Naturschutzbereich gesperrt. |
Die Preisangabe stammt aus der zuletzt öffentlich sichtbaren Händlerinformation, die zugleich auf die Ablassung des Sees hinwies. Ich würde sie deshalb als Orientierung behandeln, nicht als unveränderliche Wahrheit. Für den Angeltag ist wichtiger, dass man nicht nur eine Karte kauft, sondern auch den richtigen Gewässerteil und die Beschränkungen verstanden hat.
Für die Anfahrt helfen die Parkmöglichkeiten am Eingang des Herrenbachtals und beim Parkplatz vor dem Kloster Adelberg. Ich würde das nicht unterschätzen, weil der Fußweg mit vollgepackter Ausrüstung schnell zum ersten echten Filter für die Platzwahl wird.

Welche Methoden hier am meisten Sinn ergeben
Ich würde am Herrenbachstausee nicht mit einem einzigen Plan anrücken, sondern je nach Wasserstand, Jahreszeit und Uferdruck zwischen drei Ansätzen wechseln. Der See ist kein Spezialrevier, das nur eine Technik belohnt. Er ist eher ein strukturiertes Mischgewässer, in dem saubere Präsentation, Geduld und hängerarmes Fischen den Unterschied machen.
| Methode | Wann sie Sinn ergibt | Worauf ich achte |
|---|---|---|
| Spinnfischen | Bei aktiven Räubern, Wind und klaren Kanten | Präzise Würfe, hängerarme Köder, kurze Führungswege am Holz |
| Grundfischen | Für Karpfen und andere Friedfische in ruhigeren Phasen | Unauffällige Montage, saubere Futterplätze, wenig Aktion am Platz |
| Feine Posenmontage | Wenn die Fische vorsichtig sind oder der Besatz unklar ist | Kleine Haken, natürliche Köder, ruhige Bisserkennung |
Spinnfischen an Holz und Kanten
Beim Spinnfischen würde ich nicht aggressiv, sondern kontrolliert arbeiten. Der See führt viel Unterwasserstruktur, und genau das macht abrupte Würfe und unüberlegte Köderführung teuer. Kleine bis mittlere Gummifische, schlanke Wobbler oder unauffällige Spinner sind oft die vernünftigere Wahl als schwere Weitwurf-Setups.
Wichtiger als die Reichweite ist die Linie des Köders. Ich fische lieber genau an der Kante oder entlang einer Struktur als weit draußen ins Leere. Wer hier sauber arbeitet, spart Hänger und erhöht die Chance auf einen verwertbaren Kontakt.
Grundmontage für Karpfen und Friedfisch
Für Karpfen würde ich einfache Grundmontagen, Mais, Boilies in moderater Größe oder Pellets wählen. Überfüttern ist an einem See wie diesem oft ein Fehler, weil sich der Effekt eines guten Spots durch zu viel Futter schnell abschwächt. Gerade an ruhigen Tagen zählt die Präsentation mehr als das teuerste Tackle.
Bei Friedfisch setze ich auf Ruhe und Wiederholbarkeit. Wer ständig den Platz wechselt, erzeugt nur Unruhe. Besser ist ein klarer Platz, eine nachvollziehbare Futterstrategie und etwas Geduld, bis die Fische Vertrauen fassen.
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Wenn Salmoniden im Spiel sind
Ältere Fischmeldungen nennen im Herrenbachstausee auch Salmoniden. Falls der aktuelle Besatz das hergibt, funktionieren dann kleine, natürliche Präsentationen meist besser als grobe Reizköder. Ich denke dabei an fein geführte Spinner, dezente Wobbler oder eine ruhige Posenmontage in kühleren Phasen.
Genau hier zeigt sich, warum man alte Fangberichte nicht 1:1 übertragen sollte. Nach einer Sanierung kann ein Gewässer anders reagieren als zuvor. Deshalb würde ich die Methode immer an der aktuellen Situation festmachen, nicht an einem Erinnerungsbild von vor Jahren.
Die beste Methode bringt wenig, wenn der Platz selbst nicht passt. Genau dort trennt sich am Herrenbachstausee Bequemlichkeit von Fangchance.
Wie ich die Plätze am Ufer wählen würde
Ich würde hier zuerst den Zugang und dann die Fischerei planen. Der See ist nicht dafür gemacht, das Tackle bis an die Kante zu fahren; stattdessen lohnt ein leichter, übersichtlicher Aufbau mit kurzer Strecke vom Parkplatz zum Platz. Für längere Sessions nehme ich lieber weniger Material, dafür aber alles, was ich für einen sauberen und schnellen Standortwechsel brauche.
- Ich suche mir Plätze mit klarer Wurf- und Landefläche, nicht nur mit schönem Blick auf das Wasser.
- Ich meide Stellen direkt neben offensichtlichen Spazierwegen, wenn ich Ruhe brauche.
- Ich rechne von Beginn an mit Holz im Wasser und halte Vorfach sowie Schnur entsprechend robust.
- Ich fische lieber kontrolliert in Ufernähe als blind auf maximale Distanz.
- Ich prüfe vor jedem Wechsel, ob ich noch im freigegebenen Bereich bin.
Der See liegt im Naherholungsgebiet, deshalb ist Wochenenddruck real. Unter der Woche oder zu Randzeiten ist die Fischerei meist konzentrierter, weil weniger Bewegung am Ufer ist und Fische sensibler auf Störungen reagieren. Das ist einer dieser Punkte, die man erst nach einem oder zwei misslungenen Tagen ernst nimmt.
Wenn ich dort angle, plane ich deshalb nicht nur den Köder, sondern auch den Takt des Tages: ruhige Anreise, wenig unnötige Wege und ein Platz, an dem ich wirklich sauber arbeiten kann.
Die drei Kontrollen vor der Anfahrt, die ich nicht auslasse
Bevor ich in Adelberg losfahre, prüfe ich immer drei Dinge:
- Gibt es aktuell wieder Gastkarten für den Herrenbachstausee und ist das Hauptbecken freigegeben?
- Passen meine Montage, mein Fußweg und mein Zubehör zu einem See mit zwei erlaubten Ruten, ohne Boot und mit Schutzbereichen?
- Ist mein Plan realistisch genug, um mit der aktuellen Wassersituation zu funktionieren, statt auf alte Fangberichte zu vertrauen?
Wenn diese drei Punkte stimmen, ist der Herrenbachstausee ein interessantes Angelrevier mit Charakter. Dann geht es nicht mehr um Glück, sondern um saubere Platzwahl, ruhiges Fischen und die Geduld, die ein strukturreicher Stausee eben verlangt. Wenn die Freigabe noch nicht passt, halte ich mir in der Region lieber einen Plan B offen, statt mit falschen Erwartungen anzureisen.