Angeln auf den Azoren - die besten Reviere, Methoden und Regeln

Diana Seidel .

26. April 2026

Vier Männer präsentieren stolz einen riesigen Thunfisch auf einem Boot vor den Azoren. Ein erfolgreicher Tag beim **Azoren Angeln**!

Angeln auf den Azoren ist keine Standardreise, sondern ein Revier mit starkem Atlantik, klaren Regeln und echten Chancen auf Großfisch. Wer hier sinnvoll plant, bekommt nicht nur spektakuläre Küsten, sondern auch eine ungewöhnliche Bandbreite von Big-Game-Touren bis zu ruhigen Süßwasserplätzen auf São Miguel. In diesem Artikel zeige ich, welche Inseln sich wofür lohnen, welche Methoden funktionieren und worauf ich bei Lizenz, Saison und Ausrüstung wirklich achten würde.

Das sollten Angler vorab wissen

  • Die Azoren sind vor allem ein Hochsee-Revier mit Marlin, Thunfisch und Dorado als typischen Zielarten.
  • Für die Freizeitfischerei ist in der Regel eine Lizenz nötig; erlaubt sind nur einfache Leinen mit klar begrenzter Hakenzahl.
  • Faial, Pico und São Jorge gelten als besonders starkes Trio für Big-Game-Touren.
  • São Miguel ist die vielseitigste Insel, weil dort Küstenangeln und die Lagoa do Fogo zusammenkommen.
  • Wer Sperrzonen, Schonzeiten oder Mindestmaße ignoriert, riskiert empfindliche Strafen.

Warum die Azoren als Angelrevier so stark sind

Das offizielle Tourismusportal Visit Azores nennt die Gewässer als Revier für blauen und weißen Marlin, Dorado/Mahi-Mahi und Atlantischen Blauflossen-Thun. Genau diese Mischung macht die Inselgruppe spannend: kurze Wege, tiefes Wasser direkt vor der Küste und genug Struktur, um je nach Insel sehr unterschiedlich zu fischen.

Ich sehe die Azoren deshalb nicht als ein einziges Angelgebiet, sondern als mehrere Reviere in einem. Zwischen steilen Unterwasserkanten, offenen Strömungen und vergleichsweise geschützten Abschnitten kann ich innerhalb weniger Seemeilen die Strategie wechseln. Das ist für mich der eigentliche Reiz: Man fischt nicht nur auf Fisch, sondern auf das Zusammenspiel von Wind, Drift, Kante und Temperatur.

Dazu kommt ein wichtiger Punkt, der oft unterschätzt wird: Die Azoren sind kein Revier für blindes Drauflosfahren. Schutzflächen, Sperrzonen und lokale Regeln gehören hier zum Alltag, und genau das hält den Druck auf den Beständen vergleichsweise niedrig. Wer das akzeptiert, fischt meist besser und entspannter. Welche Insel ich dafür auswähle, hängt dann nur noch davon ab, ob ich auf Hochsee, Küste oder Süßwasser setze.

Erfolgreiches Azoren Angeln: Ein Marlin wird an Bord einer Angeljacht gezogen, während die Crew jubelt.

Die besten Angelreviere zwischen Hochsee, Küste und Lagoa do Fogo

Wenn ich die Inseln nach Angelwert sortiere, beginne ich fast immer mit dem zentralen Dreieck aus Faial, Pico und São Jorge. Dort ist das klassische Big-Game-Gefühl am stärksten: offenes Wasser, kurze Offshore-Wege und eine hohe Chance auf pelagische Fische, die ich auf anderen Inseln zwar auch finde, aber nicht immer in derselben Dichte.

Revier Typische Bedingungen Wofür ich es wählen würde
Faial, Pico und São Jorge Offene Hochsee, tiefe Kanten, starke Drift, viel Charterszene Marlin, Thunfisch und andere pelagische Arten; ideal für klassische Big-Game-Tage
São Miguel Sehr vielseitig, gute Erreichbarkeit, Mischung aus Küste, Offshore und Binnengewässern Wenn ich eine Insel mit möglichst vielen Optionen in einer Reise suche
Santa Maria Offenes Wasser, oft ruhigerer Charakter als die raueren Inseln im Zentrum Für längere Offshore-Fahrten und Tage, an denen ich flexibel auf Pelagics fahre
Flores und Corvo Abgelegen, landschaftlich wild, wetterabhängig und weniger dicht beangelt Für Angler, die Ruhe, Natur und weniger Druck auf dem Wasser suchen

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Süßwasser auf São Miguel

Nicht jeder gute Fang auf den Azoren kommt aus dem offenen Atlantik. Auf São Miguel kann man in einigen Seen, Lagunen und Bächen fischen, besonders an der Lagoa do Fogo, einem See in einem Naturreservat mit bis zu 30 Metern Tiefe. Dort wird die Regenbogenforelle regelmäßig besetzt; die Saison läuft von Mai bis Oktober, und die jährliche Wiederbesetzung liegt bei rund 15.000 Fischen. Für Angler, die neben Brandung und Offshore auch ein ruhigeres Ziel suchen, ist das ein echter Kontrastpunkt.

Gerade diese Mischung aus Hochsee und Süßwasser sorgt dafür, dass die Azoren nicht wie ein Einheitsrevier wirken. Sobald klar ist, wo man fischt, stellt sich die nächste Frage fast von selbst: welche Technik bringt dort wirklich etwas?

Welche Methoden auf den Inseln wirklich Sinn ergeben

Ich würde die Methode nie nach Mode wählen, sondern nach Wasser, Zielart und Tageslage. Auf den Azoren gewinnt fast immer die Technik, die zum Revier passt, nicht die, die auf dem Papier am spektakulärsten klingt.

Methode Wofür sie passt Typischer Fehler
Big-Game-Trolling Offshore-Tage mit Marlin, Thunfisch und Dorado; besonders stark in den zentralen Inseln Zu langsam fahren, zu leichte Vorfächer oder zu starre Köderwahl
Live-Bait-Fishing Selektive Ansprache großer Räuber, wenn der Skipper aktuelle Futterfische findet Köder schlecht behandeln oder zu früh aufgeben, wenn der Biss nicht sofort kommt
Jigging Kanten, Abbrüche und tiefere Strukturen, wenn Fisch nicht an der Oberfläche jagt Falsches Gewicht wählen oder die Drift unterschätzen
Küstenangeln Felskanten, Brandungszonen und ruhigere Abschnitte für kleinere Räuber Swell und Strömung unterschätzen
Fliegen- oder leichtes Spinnfischen Ruhigere Plätze, vor allem dort, wo Druck und Wurfweite überschaubar bleiben Zu schweres Gerät mitbringen oder die Bedingungen zu ambitioniert lesen
Süßwasserangeln an der Lagoa do Fogo Regenbogenforelle im klaren Binnenrevier auf São Miguel Saison, Schonbereiche und örtliche Regeln ignorieren

Für Einsteiger ist ein geführter Chartertag oft die sauberste Lösung, weil Skipper Wind, Drift und aktuelle Hotspots besser lesen als jeder Reiseführer. Wer dagegen allein unterwegs ist, sollte das Revier schon kennen und nicht auf Glück hoffen. Die Methode ist also nie nur eine Frage des Geschmacks, sondern immer auch eine Frage der Insel und der Tageslage. Bevor ich dafür aber ein Boot buche oder ans Ufer gehe, prüfe ich zuerst die Spielregeln vor Ort.

Regeln, Lizenzen und Grenzen, die man kennen muss

Die Direção Regional das Pescas verlangt für die Freizeitfischerei eine Lizenz. Das ist keine bloße Formalität, sondern die Grundlage dafür, dass auf den Azoren geordnet und kontrolliert gefischt wird. Für mich gehört das genauso zur Reiseplanung wie die Wahl der Insel oder der besten Monatslage.

Regel Was das in der Praxis bedeutet Typischer Verstoß
Lizenzpflicht Freizeitfischerei ist grundsätzlich genehmigungspflichtig Ohne Lizenz losziehen und auf gut Glück angeln
Maximal 3 Leinen und 3 Haken pro Leine Die Freizeitfischerei ist bewusst einfach gehalten Zu viel Gerät einsetzen oder mit mehreren Ruten überladen fischen
Kein Verkauf des Fangs Der Fang ist für den Eigengebrauch gedacht Fisch oder Fischteile anbieten oder verkaufen
Wettbewerbe nur mit Genehmigung Sportfischerei-Turniere brauchen eine vorherige Freigabe Ein Event ohne offizielle Erlaubnis planen
Mindestmaße, Schonzeiten und Sperrzonen Werfen, was nicht freigegeben ist, ist keine Kleinigkeit In verbotenen Zeiträumen oder Bereichen fischen

Auch die Strafen sind klar geregelt: Wer ohne Lizenz fischt oder verbotene Methoden nutzt, kann mit 500 bis 3.750 Euro belangt werden. Für einzelne Verstöße wie das Nichtmitführen der Lizenz, den Einsatz unerlaubter Lichtquellen oder das Missachten von Mindestmaßen sind 250 bis 2.500 Euro möglich. Ich würde diese Punkte nicht als Nebensache behandeln, weil sie direkt darüber entscheiden, ob der Trip entspannt bleibt oder unnötig teuer wird. Wenn das rechtlich sitzt, lässt sich der Angeltrip so planen, dass vor Ort weniger improvisiert werden muss.

So plane ich einen Angeltrip, der vor Ort funktioniert

  1. Ziel zuerst festlegen - Will ich Marlin und Thunfisch, Küstenfischen oder eine Mischung mit Forelle? Erst die Zielart, dann die Insel.
  2. Insel nach Revier wählen - Für Big Game nehme ich das zentrale Dreieck, für vielseitige Trips São Miguel, für mehr Ruhe Flores oder Corvo.
  3. Saison und Wetterfenster prüfen - Für Hochsee gilt auf den Azoren traditionell der Zeitraum von April bis Oktober als besonders stark; an der Lagoa do Fogo läuft die Forellensaison von Mai bis Oktober.
  4. Charter gezielt buchen - Ich frage vorab nach Zielfisch, erwarteter Distanz, Tackle, Release-Politik und ob die Crew das aktuelle Revier aktiv liest oder nur feste Routen abfährt.
  5. Gepäck schlank halten - Salzwassertaugliche Ausrüstung, Windjacke, rutschfeste Schuhe, Sonnenschutz und Polbrille bringen mehr als ein übervoller Gerätekoffer.
  6. Puffer einplanen - Auf den Azoren bestimmt das Wetter den Takt. Ich kalkuliere deshalb immer damit, dass ein Tag umgelegt werden kann.

Ich packe lieber wenig, aber dafür verlässlich. Eine robuste Rolle, ordentliches Vorfachmaterial und wetterfeste Kleidung sind mir auf den Azoren wichtiger als exotische Spezialruten, die nur unter Idealbedingungen glänzen. Wer sich auf die Lage einstellt statt auf Wunschdenken, fischt am Ende entspannter und meist auch erfolgreicher. Was darüber hinaus zählt, sind ein paar kleine Gewohnheiten, die über Erfolg oder Frust entscheiden.

Warum ein guter Plan auf den Azoren mehr zählt als vollgepacktes Gerät

  • Ich würde lieber eine starke Insel und zwei klare Ziele wählen als fünf Ziele in drei Tagen zu überfrachten.
  • Bei Marlin und großen Thunfischen setze ich konsequent auf sinnvolles Release-Verhalten, statt jeden Fisch zum Beweisstück zu machen.
  • Lokale Skipper sind auf den Azoren oft der größte Unterschied zwischen Glück und System. Ihre Einschätzung zu Drift, Köderfisch und Tagesroute ist mehr wert als jede Forenmeinung.
  • Wer an der Küste fischt, sollte nicht nur an den Fang denken, sondern auch an Wellen, rutschige Felsen und schnelle Wetterwechsel.
  • Für ein starkes Erlebnis brauche ich keine überladene Checkliste, sondern ein Revier, das zur Methode passt.

Genau deshalb funktionieren die Azoren so gut: Sie belohnen Angler, die ihr Revier lesen, Regeln respektieren und die Technik dem Ziel unterordnen. Wer so plant, bekommt nicht nur bessere Chancen auf Fang, sondern auch einen deutlich saubereren, ruhigeren Angeltag im Atlantik.

Häufig gestellte Fragen

Für klassisches Big Game sind Faial, Pico und São Jorge das stärkste Trio. Dort gibt es offene Hochsee, tiefe Kanten und viel Charterszene, was die Chancen auf Marlin, Thunfisch und andere pelagische Arten erhöht. São Miguel ist die vielseitigste Insel, Santa Maria eignet sich gut für längere Offshore-Tage, und Flores sowie Corvo sind interessant, wenn du Ruhe und wenig Druck auf dem Wasser suchst.
Für die Freizeitfischerei ist eine Lizenz nötig. Erlaubt sind maximal 3 Leinen mit 3 Haken pro Leine, der Fang darf nicht verkauft werden, und Wettbewerbe brauchen eine Genehmigung. Wer ohne Lizenz fischt oder verbotene Methoden nutzt, muss mit 500 bis 3.750 Euro rechnen; einzelne Verstöße wie fehlende Lizenz oder Mindestmaßverletzungen können 250 bis 2.500 Euro kosten.
Für die Hochsee gilt auf den Azoren der Zeitraum von April bis Oktober als besonders stark. An der Lagoa do Fogo läuft die Forellensaison von Mai bis Oktober. Dort wird Regenbogenforelle regelmäßig besetzt, insgesamt etwa 15.000 Fische pro Jahr.
Big-Game-Trolling passt zu Offshore-Tagen mit Marlin, Thunfisch und Dorado. Jigging ist sinnvoll an Kanten und tieferen Strukturen, wenn die Fische nicht an der Oberfläche jagen. Für Küstenplätze eignen sich auch leichtes Spinn- oder Fliegenfischen, solange Wellen, Strömung und Untergrund das zulassen.
Ich würde zuerst die Zielart festlegen und dann die Insel danach auswählen. Danach prüfe ich Saison und Wetter, buche möglichst gezielt einen Charter und frage vorab nach Zielfisch, Distanz, Tackle und Release-Politik. Gepäck würde ich schlank halten: salzwassertaugliche Ausrüstung, Windjacke, rutschfeste Schuhe, Sonnenschutz und Polbrille reichen meist mehr als ein übervoller Gerätekoffer.
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Autor Diana Seidel
Diana Seidel
Mein Name ist Diana Seidel und ich habe über 15 Jahre Erfahrung im Bereich Angeln, Gewässerpflege und Outdoor-Aktivitäten. Schon in meiner Kindheit hatte ich eine große Leidenschaft für die Natur und das Wasser, was mich dazu brachte, mich intensiv mit verschiedenen Angeltechniken und der Pflege unserer Gewässer auseinanderzusetzen. Ich finde es wichtig, die Schönheit und den Wert unserer natürlichen Ressourcen zu bewahren und anderen dabei zu helfen, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln. In meinen Artikeln teile ich mein Wissen über die besten Angelplätze, gebe Tipps zur Gewässerpflege und berichte über aktuelle Trends im Outdoor-Bereich. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen klar und verständlich zu präsentieren, sodass auch Anfänger einen einfachen Zugang zu diesen Themen finden. Ich überprüfe stets die Quellen meiner Informationen und vergleiche verschiedene Perspektiven, um sicherzustellen, dass ich meinen Lesern nützliche und präzise Inhalte biete. Es ist mir ein Anliegen, dass jeder, der sich für Angeln und Natur interessiert, die nötigen Werkzeuge und das Wissen erhält, um diese Leidenschaft selbst zu entdecken und zu leben.
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